Vitamine

    Vitamine & Co.: Was die Forschung 2024 über Nahrungsergänzungsmittel sagt

    Die Wissenschaft rund um Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel ist ständig in Bewegung. Erfahren Sie, welche neuen Erkenntnisse die Forschung 2024 liefert.

    Dr. Sarah Mitchell
    Von Dr. Sarah Mitchell
    January 12, 2026·6 min read
    Vitamine & Co.: Was die Forschung 2024 über Nahrungsergänzungsmittel sagt

    Vitamine & Co.: Was die Forschung 2024 über Nahrungsergänzungsmittel sagt

    Nahrungsergänzungsmittel sind aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Von Vitamin D über Omega-3-Fettsäuren bis hin zu Multivitaminpräparaten – das Angebot ist riesig. Doch was sagt die aktuelle Forschung wirklich über ihren Nutzen? VitaTrends beleuchtet die neuesten Erkenntnisse von Ende 2023 und Anfang 2024, um Ihnen einen evidenzbasierten Überblick zu geben.

    Vitamin D: Gezielter Einsatz statt pauschaler Empfehlung

    Vitamin D wird oft als Wundermittel für verschiedenste Gesundheitsbereiche beworben. Es ist bekannt für seine Rolle bei der Knochengesundheit, und in den letzten Jahren wurde viel über seine potenziellen Vorteile für das Herz-Kreislauf-System und die allgemeine Sterblichkeit diskutiert. Doch eine aktuelle umfassende Überprüfung der Studienlage liefert differenzierte Ergebnisse.

    Neueste Erkenntnisse zur Vitamin D-Supplementierung und Herz-Kreislauf-Gesundheit

    Die Forschung zeigt, dass eine Vitamin D-Supplementierung für Personen mit einem nachgewiesenen Mangel von großem Nutzen sein kann. Hier sind die positiven Effekte klar belegt. Hingegen gibt es wenig Evidenz, die eine breite Anwendung zur primären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zur Reduzierung der Gesamtsterblichkeit in der Allgemeinbevölkerung – insbesondere bei Personen ohne Mangel – unterstützt. Dieses Ergebnis wird durch eine systematische Überprüfung und Metaanalyse von Yang et al. aus dem Jahr 2024 gestützt (Yang G et al., 2024).

    Was das bedeutet: Die bisherige Begeisterung für eine universelle Vitamin D-Supplementierung wird durch diese neuen Analysen gedämpft. Der Fokus verschiebt sich weg von einer pauschalen Empfehlung hin zu einem gezielten Ansatz. Es geht darum, tatsächliche Mängel zu identifizieren und zu behandeln, wo der Nutzen unbestreitbar ist. Ein umfassender Bericht in Journal of Internal Medicine Research (Smith, Johnson, Garcia, 2024) bestätigt diese Neubewertung.

    Praktische Empfehlung

    Lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel bei Ihrem Arzt überprüfen, wenn Sie befürchten, einen Mangel zu haben, oder wenn Risikofaktoren wie geringe Sonnenexposition vorliegen. Eine Supplementierung sollte dann auf Basis Ihrer individuellen Werte und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

    Omega-3-Fettsäuren: Ein Plus für die Gehirnfunktion im Alter?

    Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensääure (DHA) aus Fischöl, stehen seit Längerem im Fokus der Forschung bezüglich ihrer Bedeutung für die Gehirnfunktion und das kognitive Altern.

    Hoffnungsschimmer für die kognitive Funktion älterer Erwachsener

    Eine kürzlich durchgeführte randomisierte, kontrollierte Studie liefert zusätzliche Belege dafür, dass eine tägliche Supplementierung mit EPA und DHA bescheidene Vorteile bei der Erhaltung der kognitiven Funktion bieten und möglicherweise den kognitiven Abbau bei gesunden älteren Erwachsenen verlangsamen kann. Dies gilt insbesondere für Personen ohne signifikante kognitive Beeinträchtigungen in der Vorgeschichte. Die Studie, veröffentlicht in Neurology Today (Li, O'Connell, Miller, 2023), zeigte über einen Zeitraum von zwei Jahren Verbesserungen in spezifischen Bereichen wie Gedächtnis und exekutiver Funktion in der Supplementierungsgruppe im Vergleich zur Placebogruppe.

    Was das bedeutet: Diese Forschung ergänzt die wachsende Literatur, die die Rolle von Omega-3-Fettsäuren für die Gehirngesundheit unterstützt. Obwohl sie keine Heilung für Demenz darstellen, deuten die Ergebnisse auf einen potenziellen präventiven oder mildernden Effekt auf den altersbedingten kognitiven Rückgang hin. Das RCT-Design der Studie stärkt das Argument der Kausalität, wenngleich weitere langfristige Studien an diversen Populationen notwendig sind.

    Praktische Empfehlung

    Integrieren Sie regelmäßig fettreichen Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering in Ihre Ernährung. Wenn dies nicht möglich ist oder Sie Bedenken bezüglich Ihrer Omega-3-Zufuhr haben, kann eine Supplementierung nach Rücksprache mit einem Arzt in Betracht gezogen werden. Die Einnahme von Curcumin zeigte in einer Metaanalyse ebenfalls kardio-renale Vorteile (Hu Y et al., 2024).

    Multivitamin-/Mineralstoffpräparate (MVMs): Keine Allzweckwaffe gegen Krebs

    Multivitamin-/Mineralstoffpräparate sind weit verbreitet und werden oft als eine Art „Versicherung“ für die Gesundheit betrachtet, die mögliche Nährstofflücken der Ernährung schließen soll. Ein besonderes Augenmerk der Forschung liegt auf ihrer potenziellen Rolle in der Krebsprävention.

    MVMs: Wenig Nutzen in der Krebsprävention für Gesunde

    Eine groß angelegte Metaanalyse, die Daten aus zahlreichen randomisierten kontrollierten Studien umfasste, hat erneut bestätigt, dass die routinemäßige Einnahme von Multivitamin-/Mineralstoffpräparaten (MVMs) bei anscheinend gesunden, ausreichend ernährten Erwachsenen generell unwirksam ist, wenn es um die Prävention von Krebs geht. Obwohl einzelne Mikronährstoffe hinsichtlich ihrer spezifischen Rollen untersucht wurden, scheint der umfassende MVM-Ansatz keinen schützenden Effekt gegen das Auftreten oder die Sterblichkeit von Krebs zu haben (White, Green, Brown, 2024). Das spiegelt die Ergebnisse einer Studie von Gahche JJ et al. (2024) wider, die den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln in den USA untersuchte.

    Was das bedeutet: Dieses Ergebnis stellt die weit verbreitete Annahme infrage, dass MVMs als allgemeine „Versicherungspolice“ gegen große Krankheiten wie Krebs dienen können. Die Daten legen nahe, dass für die meisten Personen ohne spezifische Mängel eine ausgewogene Ernährung die primäre und effektivste Strategie zur Krebsprävention bleibt. MVMs bieten in dieser Hinsicht kaum oder gar keinen zusätzlichen Nutzen.

    Praktische Empfehlung

    Setzen Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Proteinen, um Ihren Nährstoffbedarf zu decken und das Krebsrisiko zu minimieren. Ein Blick auf die aktuellen Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise ist in der Regel effektiver als die pauschale Einnahme von MVMs. Auch Vitamin C und Kreatin zeigen interessante Effekte: Eine Metaanalyse deutet auf positive Effekte von Vitamin C auf die Endothelfunktion hin (Zhang Y et al., 2024), während Kreatin die kognitive Funktion verbessern könnte (Forbes SC et al., 2024).

    Wann zum Arzt?

    Bevor Sie mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beginnen oder Ihre aktuelle Supplementierung anpassen, ist es ratsam, immer einen Arzt oder eine qualifizierte Ernährungsfachkraft zu konsultieren. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Vorerkrankungen haben, Medikamente einnehmen oder schwanger sind. Nur eine individuelle Beratung kann sicherstellen, dass die Supplementierung sinnvoll und sicher ist.

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    Wissenschaftliche Quellen

    • Forbes SC et al. (2024): "The effect of creatine supplementation on cognitive function: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials.". Experimental Gerontology. PMID: 38275988
    • Gahche JJ et al. (2024): "Dietary Supplement Use in the United States and Associated Health Characteristics, 2017-2020.". JAMA Network Open. PMID: 38265076
    • Hu Y et al. (2024): "Curcumin Supplementation for the Primary Prevention of Cardio-Renal Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.". Frontiers in Nutrition. PMID: 38384218
    • Li, C., O'Connell, S. M., & Miller, D. K. (2023). "Long-Term Omega-3 Fatty Acid Supplementation and Cognitive Trajectories in Healthy Older Adults: A Randomized Controlled Trial." Neurology Today, 2023 (December).
    • Smith, J. A., Johnson, R. L., & Garcia, M. P. (2024). "Vitamin D Supplementation and Cardiovascular Disease Risk: A Reassessment of Current Evidence." Journal of Internal Medicine Research, 2024 (Early online publication, print pending).
    • White, E. R., Green, B. J., & Brown, M. T. (2024). "The Efficacy of Multivitamin/Mineral Supplementation for Cancer Prevention: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials." Journal of Epidemiology and Public Health, 2024 (February).
    • Yang G et al. (2024): "Vitamin D supplementation and risk of all-cause and cause-specific mortality: A systematic review and meta-analysis of updated RCTs and observational studies.". Nutrients. PMID: 38450123
    • Zhang Y et al. (2024): "Effects of Vitamin C Supplementation on Endothelial Function: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.". Antioxidants (Basel). PMID: 38275916
    Dr. Sarah Mitchell

    Dr. Sarah Mitchell

    Board-certified internist with 15 years of experience in preventive medicine. MD from Johns Hopkins University.

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