Sodbrennen & Refluxkrankheit (GERD)
Bei der Refluxkrankheit (GERD) fließt regelmäßig Magensäure in die Speiseröhre zurück und löst Sodbrennen aus, weil der Schließmuskel am Mageneingang nicht richtig schließt.

Was ist die Refluxkrankheit?
Sodbrennen ist ein brennendes Gefühl, das vom Oberbauch nach oben zum Hals aufsteigt. Treten solche Beschwerden häufig oder stark auf und reizt die Magensäure die Speiseröhre, spricht man von der gastroösophagealen Refluxkrankheit (englisch abgekürzt: GERD). Gelegentliches Sodbrennen dagegen ist normal und meist harmlos.
Wie entsteht sie?
Am Übergang von der Speiseröhre zum Magen sitzt ein Schließmuskel, der sich normalerweise nur beim Schlucken öffnet. Schließt er nicht mehr richtig, gelangt saurer Mageninhalt zurück in die Speiseröhre und reizt deren Schleimhaut. Ein Zwerchfellbruch, Übergewicht, Rauchen und Alkohol können das begünstigen.
Wie häufig ist sie und wie verläuft sie?
In westlichen Ländern haben bis zu 25 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen. Die Refluxkrankheit bleibt meist dauerhaft bestehen und verläuft in Schüben. Bei etwa 5 von 100 Betroffenen entsteht über die Jahre ein Barrett-Ösophagus – eine Zellveränderung der Speiseröhre, die das Risiko für Speiseröhrenkrebs leicht erhöht.
Symptome
- Sodbrennen (brennendes Gefühl hinter dem Brustbein)
- Saures Aufstoßen
- Schluckbeschwerden
- Völlegefühl und Übelkeit
- Schlechter Geschmack im Mund
- Reizhusten, Heiserkeit oder Asthmaanfälle, wenn Säure in die Atemwege gelangt
Ursachen
- Ein nicht richtig schließender unterer Schließmuskel der Speiseröhre
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
- Gestörte Beweglichkeit der Speiseröhre
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Rauchen
- Alkohol
- Stress
- Bestimmte Speisen und Getränke
- Manche Medikamente (z. B. Blutdruckmittel, Anti-Baby-Pille)
Diagnose
Oft lässt sich die Refluxkrankheit schon anhand der typischen Beschwerden erkennen. Zur Sicherung der Diagnose und um Komplikationen auszuschließen, kann eine Magenspiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre erfolgen. In unklaren Fällen wird zusätzlich der Säuregehalt (pH-Wert) im unteren Teil der Speiseröhre gemessen.
Behandlung
- Lebensstil anpassen: auslösende Speisen und Getränke sowie Alkohol meiden
- Übergewicht abbauen
- Protonenpumpenhemmer (Säureblocker, die die Magensäure verringern)
- Operation bei schwerem Verlauf, wenn Medikamente und Lebensstiländerung nicht ausreichen
Vorbeugung
- Ein gesundes Körpergewicht halten
- Auf Rauchen und Alkohol möglichst verzichten
- Auslösende Speisen und Getränke meiden
Wann zum Arzt?
Gehen Sie zum Arzt, wenn Sodbrennen häufig oder stark auftritt oder Ihre Lebensqualität beeinträchtigt. Neu auftretende oder zunehmende Schluckbeschwerden sollten Sie ärztlich abklären lassen, da die Speiseröhre bei langjährigem Reflux entzündet sein oder sich verengen kann und selten ein Speiseröhrenkrebs entsteht.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Sodbrennen, Refluxkrankheit: Symptome und Behandlung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/sodbrennen-refluxkrankheit
- 2IQWiG: Sodbrennen und Refluxkrankheit, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/sodbrennen-und-refluxkrankheit.html
- 3BfArM: ICD-10-GM, Code K21 – Gastroösophageale Refluxkrankheit.
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.