ErkrankungenICD-10: G20Schwer

    Parkinson (Morbus Parkinson)

    Morbus Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der dopaminproduzierende Nervenzellen absterben. Sie beeinträchtigt vor allem die Bewegungsfähigkeit und tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf.

    Parkinson (Morbus Parkinson)

    Was ist Morbus Parkinson?

    Morbus Parkinson, auch Schüttellähmung genannt, ist eine Erkrankung des Gehirns, die vor allem die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt und meist erst im höheren Lebensalter auftritt. Ursache ist der fortschreitende Verlust von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin bilden – dieser ist für die Steuerung von Bewegungen wichtig. Die Erkrankung ist nicht heilbar, ihre Beschwerden lassen sich aber oft über lange Zeit gut behandeln.

    Wie häufig ist Parkinson?

    Ungefähr 1 bis 2 von 1.000 Menschen sind von der Parkinson-Krankheit betroffen. Im höheren Alter ist die Erkrankung deutlich häufiger: Ab 70 Jahren sind etwa 20 von 1.000 Menschen betroffen. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen, meist tritt die Erkrankung erst nach dem 50. Lebensjahr auf.

    Wie verläuft die Erkrankung?

    Zwischen ersten, oft unauffälligen Anzeichen – etwa einer veränderten Handschrift, nachlassender Feinmotorik, einem reduzierten Mitschwingen der Arme beim Gehen, Verstopfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder einem nachlassenden Geruchssinn – und der Diagnose vergehen oft Jahre. Die Beschwerden nehmen meist schleichend zu. Medikamente lindern die Symptome zunächst gut; nach etwa 5 bis 10 Jahren lässt ihre Wirkung häufig nach und schwankt zwischen sogenannten Off-Phasen (Beschwerden verstärkt) und On-Phasen (Beschwerden gelindert).

    Symptome

    • Bewegungsarmut (Akinese): verlangsamte Bewegungen, kleinschrittiger, schlurfender Gang, erschwerter Bewegungsbeginn
    • Vermindertes Mitschwingen der Arme beim Gehen und erschwerte Feinmotorik
    • Maskenhafter, wenig beweglicher Gesichtsausdruck sowie leise, monotone Sprache
    • Schluckbeschwerden
    • Muskelsteifheit (Rigor), oft mit Muskelschmerzen in Armen, Beinen oder Nacken
    • Ruhetremor: Zittern, meist der Hände, das bei Bewegung nachlässt
    • Kleinere, schwerer leserliche Handschrift
    • Nicht-motorische Beschwerden: Verstopfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, nachlassender Geruchssinn, Konzentrationsstörungen, Depression sowie Blasen- und Kreislaufprobleme

    Ursachen

    • Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt
    • Bei den meisten Betroffenen liegt ein idiopathisches Parkinson-Syndrom vor, für das keine erkennbare Ursache gefunden wird
    • Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin bilden, werden geschädigt, wodurch die Bewegungssteuerung gestört wird
    • Seltener liegen sekundäre Formen vor, ausgelöst zum Beispiel durch Entzündungen, Tumoren, bestimmte Psychopharmaka oder andere Erkrankungen wie eine Demenz

    Risikofaktoren

    • Höheres Lebensalter – die Erkrankung wird ab 70 Jahren deutlich häufiger
    • Männliches Geschlecht (etwas häufiger betroffen als Frauen)

    Diagnose

    Die Diagnose stützt sich vor allem auf ein ausführliches Gespräch zu Symptomen und Krankheitsverlauf – auch Angehörige werden oft einbezogen, da ihnen Veränderungen manchmal eher auffallen. Hinzu kommen eine körperliche Untersuchung mit Reflex- und Beweglichkeitstests sowie der L-Dopa-Test, bei dem geprüft wird, ob sich die Beschwerden nach Einnahme von Levodopa bessern. Eine Computertomografie (CT) oder Kernspintomografie (MRT) kann andere Ursachen ausschließen. Besonders im Frühstadium ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen oft schwierig und erfordert eine längere Beobachtung.

    Behandlung

    • Medikamentöser Ausgleich des Dopaminmangels, insbesondere mit Levodopa (L-Dopa) und Dopaminagonisten
    • Kontinuierliche Medikamentengabe über eine Pumpe (unter die Haut oder in den Dünndarm) bei fortgeschrittener Erkrankung
    • Tiefe Hirnstimulation: operativ eingesetzte Elektroden zur elektrischen Stimulation bestimmter Hirnregionen, wenn Medikamente nicht mehr ausreichen
    • Ergotherapie zum Erhalt von Beweglichkeit, Kraft und Koordination im Alltag
    • Physiotherapie und regelmäßige Bewegung gegen Muskelschwäche und eingeschränkte Beweglichkeit
    • Logopädie (Sprachtherapie) bei leiser Stimme und Sprechproblemen

    Wann zum Arzt?

    Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis, wenn Ihnen eine veränderte Handschrift, nachlassende Feinmotorik, ein reduziertes Mitschwingen der Arme beim Gehen, ein maskenhafter Gesichtsausdruck, anhaltende Verstopfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder ein nachlassender Geruchssinn auffallen – diese frühen Anzeichen werden oft nicht sofort mit Parkinson in Verbindung gebracht. Bei bereits gesicherter Diagnose sind regelmäßige Kontrolltermine bei Hausarzt-Praxis und Neurologie wichtig, um die Behandlung an den Verlauf anzupassen.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Parkinson-Erkrankung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/parkinson-erkrankung
    2. 2IQWiG: Parkinson, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/parkinson.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, G20 – Primäres Parkinson-Syndrom.

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.