Schlaganfall
Ein Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns und ein lebensbedrohlicher Notfall. Typische Anzeichen sind plötzliche Lähmungen, Sprachstörungen oder ein hängender Mundwinkel – bei Verdacht zählt jede Minute bis zum Notruf 112.

Was ist ein Schlaganfall?
Bei einem Schlaganfall (auch Hirnschlag oder Apoplex genannt) wird ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend durchblutet. Ohne Sauerstoff- und Nährstoffversorgung sterben Hirnzellen in dem betroffenen Bereich ab – deshalb zählt jede Minute bis zur Behandlung. In den meisten Fällen ist ein Blutgerinnsel die Ursache (ischämischer Schlaganfall), seltener eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall).
Wie häufig ist ein Schlaganfall?
Pro Jahr bekommen ungefähr 5 von 1.000 Menschen einen Schlaganfall. Das Risiko steigt mit dem Alter, Männer erkranken im Durchschnitt etwas häufiger als Frauen. Nach einem überstandenen Schlaganfall bekommen etwa 5 von 100 Menschen innerhalb des ersten Jahres einen weiteren.
Wie entsteht ein Schlaganfall?
Beim ischämischen Schlaganfall verstopft ein Blutgerinnsel ein Gefäß im Gehirn. Solche Gerinnsel bilden sich meist in den Halsschlagadern oder im Herzen und werden über den Blutkreislauf ins Gehirn transportiert. Beim hämorrhagischen Schlaganfall reißt dagegen ein Blutgefäß im Gehirn, Blut tritt ins Hirngewebe aus und erhöht dort zusätzlich den Druck auf das umliegende Gewebe.
Leben nach dem Schlaganfall
Etwa 40 von 100 Menschen, die einen Schlaganfall überleben, behalten dauerhaft stärkere Beeinträchtigungen zurück – zum Beispiel Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen. Depressionen nach einem Schlaganfall sind häufig, werden aber oft nicht erkannt, obwohl sie die körperliche Genesung zusätzlich erschweren können. Eine frühzeitig beginnende Rehabilitation hilft dabei, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen und möglichst selbstständig zu bleiben.
Symptome
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung, meist auf einer Körperseite (z. B. Arm oder Bein)
- Plötzliche Sprachstörungen
- Taubheitsgefühle
- Gesichtsfeldausfall oder andere Sehstörungen
- Herabhängender Mundwinkel
- Schwindel und Gangunsicherheit
- Starke, plötzlich einsetzende Kopfschmerzen, teils mit Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit
Ursachen
- Ischämischer Schlaganfall: ein Blutgerinnsel verstopft ein Gefäß im Gehirn (häufigste Ursache)
- Die Gerinnsel bilden sich meist in den Halsschlagadern oder im Herzen und gelangen über den Blutkreislauf ins Gehirn
- Hämorrhagischer Schlaganfall: ein Blutgefäß im Gehirn reißt und es kommt zu einer Hirnblutung (seltener)
- Eine TIA (transitorische ischämische Attacke) mit vorübergehenden, von selbst verschwindenden Symptomen zeigt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko an
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Vorhofflimmern (unregelmäßiger Herzschlag)
- Rauchen
- Erhöhter Cholesterinspiegel
- Erbliche Veranlagung
- Eine bereits durchgemachte TIA
Diagnose
Bei Verdacht auf einen Schlaganfall erfolgt eine notärztliche Erstuntersuchung, im Idealfall auf einer spezialisierten Stroke Unit. Eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes zeigt, ob ein Gerinnsel oder eine Blutung die Ursache ist – das ist entscheidend für die richtige Behandlung. Da beim ischämischen Schlaganfall nur die ersten Stunden nach Symptombeginn für eine wirksame Behandlung bleiben, muss die Diagnostik sehr schnell erfolgen.
Behandlung
- Sofortiger Notruf 112 bei Verdacht auf Schlaganfall
- Behandlung möglichst auf einer spezialisierten Stroke Unit
- Bei ischämischem Schlaganfall: Thrombolyse – ein Medikament löst das Blutgerinnsel über eine Infusion auf
- Bei ischämischem Schlaganfall: Thrombektomie – das Gerinnsel wird per Katheter aus dem Gefäß entfernt, wirksam nur in den ersten Stunden nach Symptombeginn
- Bei hämorrhagischem Schlaganfall: die Blutung wird gestoppt, teils ist eine Operation nötig
- Rehabilitation mit Krankengymnastik/Physiotherapie, Fitnesstraining, Sprachheilbehandlung, Schlucktraining und Ergotherapie
Vorbeugung
- Blutdrucksenker bei Bluthochdruck
- Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien) bei erhöhtem Gerinnselrisiko, etwa bei Vorhofflimmern
- Statine zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels
- Plättchenhemmer zur Vorbeugung eines erneuten Schlaganfalls
- Rauchstopp
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht und eine ausgewogene Ernährung
- Regelmäßige körperliche Aktivität und weniger Alkohol
Wann zum Arzt?
Bei Anzeichen wie plötzlicher Schwäche oder Lähmung, Sprachstörungen, einem herabhängenden Mundwinkel, Sehstörungen oder starken, ungewohnten Kopfschmerzen sofort den Notruf 112 wählen – auch wenn die Beschwerden nachts auftreten oder von selbst wieder verschwinden. Auch kurzzeitige, von selbst abklingende Symptome (TIA) sind ein Warnzeichen und müssen umgehend ärztlich abgeklärt werden, da sie auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hinweisen.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Schlaganfall, gesund.bund.de. gesund.bund.de/schlaganfall
- 2IQWiG: Schlaganfall, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/schlaganfall.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, I64 – Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet (gesund.bund.de führt zum Thema zusätzlich I61, I63 und I69 auf).
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.