VerschreibungspflichtigRezeptpflichtig

    Amlodipin

    Wirkstoff: Amlodipin

    Amlodipin ist ein Kalziumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ. Er hemmt den Einstrom von Kalziumionen in die glatte Gefäßmuskulatur, erweitert dadurch die Blutgefäße und senkt den Blutdruck. Eingesetzt bei Bluthochdruck sowie bei chronisch stabiler und vasospastischer (Prinzmetal-)Angina pectoris.

    Wichtige Warnhinweise

    • Bei schwerer Herzinsuffizienz (NYHA III–IV) wurden unter Amlodipin vermehrt Lungenödeme berichtet – Anwendung nur mit Vorsicht
    • Bei eingeschränkter Leberfunktion niedrig beginnen und Dosis langsam steigern (verlängerte Halbwertszeit, höhere Wirkspiegel)
    • Bei älteren Patienten Dosiserhöhung nur mit Vorsicht
    • Gleichzeitige Einnahme von Grapefruit oder Grapefruitsaft wird nicht empfohlen (kann die Blutdrucksenkung verstärken)
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei hypertensiver Krise nicht belegt
    • Kann Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit verursachen und dadurch die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr beeinträchtigen, besonders zu Behandlungsbeginn

    Anwendungsgebiete & Nutzen

    Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird

    • Bluthochdruck (Hypertonie)
    • Chronisch stabile Angina pectoris
    • Vasospastische (Prinzmetal-)Angina

    Dosierung & Anwendung

    Typische Dosierung

    Erwachsene (nach ärztlicher Verordnung): übliche Dosis 5 mg Amlodipin einmal täglich, je nach individuellem Ansprechen Erhöhung auf maximal 10 mg einmal täglich. Bei eingeschränkter Leberfunktion und älteren Patienten niedriger beginnen und vorsichtig steigern. Quelle: Fachinformation Amlodipin-ratiopharm 5 mg N Tabletten (SmPC), Stand Mai 2022, Version 8; bestätigt durch Gelbe Liste Wirkstoffprofil (5 mg Start, max. 10 mg).

    Anwendungshinweise

    Tablette zum Einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten (die Bioverfügbarkeit ist nahrungsunabhängig), möglichst täglich zur gleichen Zeit. Einnahme zusammen mit Grapefruit oder Grapefruitsaft vermeiden.

    Aufbewahrung

    Nicht über 25 °C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen. Quelle: Fachinformation Amlodipin-ratiopharm.

    Mögliche Nebenwirkungen

    Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.

    • Sehr häufig: Ödeme
    • Häufig: Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen (besonders zu Behandlungsbeginn)
    • Häufig: Palpitationen (Herzklopfen)
    • Häufig: Hautrötung mit Wärmegefühl (Flush)
    • Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit, Dyspepsie, veränderte Darmentleerungsgewohnheiten
    • Häufig: Knöchelschwellungen, Muskelkrämpfe
    • Häufig: Müdigkeit, Schwächegefühl
    • Häufig: Sehstörungen (einschließlich Doppeltsehen)
    • Häufig: Atemnot (Dyspnoe)
    • Gelegentlich: Depression, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit
    • Sehr selten: Angioödem, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom)

    Wechselwirkungen

    Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren

    CYP3A4-Inhibitoren (Protease-Inhibitoren, Azol-Antimykotika, Makrolide wie Erythromycin/Clarithromycin, Verapamil, Diltiazem): können die Amlodipin-Konzentration und damit das Hypotonierisiko erhöhenCYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Johanniskraut): können die Amlodipin-Wirkspiegel senkenSimvastatin: bei gleichzeitiger Gabe Simvastatin-Dosis auf maximal 20 mg/Tag begrenzen (77 % erhöhte Simvastatin-Exposition)Tacrolimus: Amlodipin kann den Tacrolimus-Blutspiegel erhöhen – Überwachung erforderlichmTOR-Inhibitoren (Sirolimus, Temsirolimus, Everolimus): erhöhte Exposition möglichCiclosporin: bei nierentransplantierten Patienten variable Anstiege der Ciclosporin-Talspiegel möglichVerstärkt die blutdrucksenkende Wirkung anderer Antihypertensiva

    Gegenanzeigen

    Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben

    • Überempfindlichkeit gegen Amlodipin oder andere Dihydropyridine
    • Schwere Hypotonie, Schock (einschließlich kardiogenem Schock)
    • Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstrakts (z. B. höhergradige Aortenstenose)
    • Hämodynamisch instabile Herzinsuffizienz nach akutem Myokardinfarkt

    Schwangerschaftskategorie

    Die Sicherheit von Amlodipin in der Schwangerschaft ist laut Fachinformation nicht ausreichend belegt; eine Anwendung wird nur empfohlen, wenn keine sichereren Therapiealternativen zur Verfügung stehen. Nach Embryotox (Charité) zeigten Studien zu Amlodipin (44–48 Studien) sowie breitere Daten zu Kalziumantagonisten (rund 900 Schwangerschaften) kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; im 2./3. Trimenon gutes Wirkungsprofil mit wenig maternalen/neonatalen Nebenwirkungen, u. a. laut einer großen Studie mit 22.908 Expositionen ohne erhöhtes Risiko für neonatale Krampfanfälle. Bevorzugte Alternativen bei der Ersteinstellung in der Schwangerschaft: Metoprolol, Alpha-Methyldopa (v. a. 2./3. Trimenon) oder Nifedipin. In der Stillzeit ist Amlodipin nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anwendbar (geringer, gut charakterisierter Übertritt in die Muttermilch). Quelle: Fachinformation Amlodipin-ratiopharm (Abschnitt 4.6), embryotox.de.

    Kurzinformation

    Handelsnamen

    NorvascAmlodipin-ratiopharmAmlodipin HEXAL

    Wirkstoffe

    Amlodipin (als Besilat)

    Verfügbare Formen

    Tablette

    Kategorie

    BlutdrucksenkerKalziumkanalblocker (Dihydropyridine)

    Häufig gestellte Fragen

    Quellen

    1. 1Fachinformation Amlodipin-ratiopharm 5 mg N Tabletten (SmPC), Stand Mai 2022, Version 8 www.ratiopharm.de/assets/products/de/label/Amlodipin-ratiopharm%205%20mg%20N%20Tabletten%20-%208.pdf?pzn=2634097
    2. 2Gelbe Liste: Amlodipin (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Amlodipin_20531
    3. 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Amlodipin www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/amlodipin

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.