VerschreibungspflichtigRezeptpflichtig

    L-Thyroxin (Levothyroxin)

    Wirkstoff: Levothyroxin

    L-Thyroxin ist die synthetische Form des körpereigenen Schilddrüsenhormons Levothyroxin (T4) und wird zum Ausgleich einer Schilddrüsenunterfunktion sowie zur Rezidivprophylaxe nach Kropfoperationen eingesetzt.

    Wichtige Warnhinweise

    • Dosis langsam und individuell nach TSH-Wert titrieren, besonders bei älteren Patienten und Herzerkrankungen
    • Überbehandlung kann Herzfrequenz, Angina pectoris oder Rhythmusstörungen auslösen
    • Bei Langzeit-Überdosierung, insbesondere bei postmenopausalen Frauen, erhöhte Knochenresorption und verringerte Knochendichte möglich
    • Missbrauch zur Gewichtsreduktion wird ausdrücklich nicht empfohlen
    • Bei Diabetes kann sich die Blutzuckereinstellung verschlechtern – Dosisanpassung der Antidiabetika kann nötig werden
    • TSH-Werte mindestens jährlich kontrollieren

    Anwendungsgebiete & Nutzen

    Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird

    • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) jeglicher Ursache
    • Rezidivprophylaxe einer Struma nach Schilddrüsenoperation
    • Benigne Struma bei euthyreoter Stoffwechsellage
    • Begleittherapie bei thyreostatischer Behandlung einer Hyperthyreose
    • Suppressions-/Substitutionstherapie nach Schilddrüsenkrebs

    Dosierung & Anwendung

    Typische Dosierung

    Nach ärztlicher Verordnung, individuelle Dosistitration anhand des TSH-Werts (therapeutischer Zielbereich meist 0,4–4,0 mIU/l). Bei neu diagnostizierter Hypothyreose gesunder Erwachsener: Beginn mit ca. 1,6 µg/kg Körpergewicht/Tag, Anpassung in Schritten von 12,5–25 µg alle 6–8 Wochen. Bei älteren Patienten (>65 Jahre) oder Herzerkrankung: vorsichtiger Beginn mit 25 µg/Tag, Anpassung in Schritten von 12,5–25 µg alle 4–6 Wochen. Erhaltungsdosis häufig im Bereich 100–200 µg/Tag. Quelle: Gebrauchsinformation Euthyrox; Gelbe Liste Levothyroxin.

    Anwendungshinweise

    Die gesamte Tagesdosis morgens nüchtern einnehmen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück, mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem halben Glas Wasser); zu Calcium-, Eisen- und anderen interagierenden Präparaten mindestens 2–4 Stunden Abstand einhalten.

    Aufbewahrung

    Nicht über 25 °C lagern; Tabletten im Blister in der Originalverpackung aufbewahren, um sie vor Licht zu schützen.

    Mögliche Nebenwirkungen

    Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.

    • Bei korrekter, individuell eingestellter Dosierung sind Nebenwirkungen selten
    • Bei Überdosierung/Unverträglichkeit: schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, Angina pectoris, Bluthochdruck
    • Bei Überdosierung: Kopfschmerzen, Muskelschwäche oder -krämpfe, Tremor, Schlaflosigkeit
    • Bei Überdosierung: vermehrtes Schwitzen, Gewichtsverlust, Durchfall, Fieber, Erbrechen

    Wechselwirkungen

    Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren

    Calciumcarbonat, aluminiumhaltige Antazida, Sucralfat, Eisenpräparate, Colestyramin, Sevelamer, Ciprofloxacin, Raloxifen, Orlistat – verringern die Resorption, zeitversetzte Einnahme nötigProtonenpumpenhemmer – können die Resorption von Levothyroxin verringernAntidiabetika – Levothyroxin kann deren blutzuckersenkende Wirkung abschwächenCumarin-Derivate (orale Antikoagulanzien) – verstärkte gerinnungshemmende Wirkung, engmaschige Kontrolle nötigPropylthiouracil, Glukokortikoide, Betablocker – hemmen die Umwandlung von T4 zu T3Amiodaron, jodhaltige Kontrastmittel – können Hypo- oder Hyperthyreose auslösenHochdosierte Salicylate, Dicumarol, hochdosiertes Furosemid, Clofibrat – Verdrängung aus der PlasmaeiweißbindungBiotin – kann Laborwerte (TSH/T4-Messung) verfälschen

    Gegenanzeigen

    Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben

    • Überempfindlichkeit gegen Levothyroxin
    • Unbehandelte Hyperthyreose
    • Unbehandelte Nebenniereninsuffizienz
    • Unbehandelte Hypophyseninsuffizienz mit resultierender Nebenniereninsuffizienz
    • Akuter Myokardinfarkt
    • Akute Myokarditis
    • Akute Pankarditis
    • Gleichzeitige Anwendung mit Thyreostatika in der Schwangerschaft

    Schwangerschaftskategorie

    Grüne Kategorie – Levothyroxin ist das Schilddrüsenhormon der Wahl in der Schwangerschaft, da eine unbehandelte mütterliche Schilddrüsenunterfunktion die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen kann. Der Levothyroxin-Bedarf steigt in der Schwangerschaft häufig an; TSH-Kontrollen alle 4–8 Wochen werden empfohlen. Stillzeit: unbedenklich, der Übertritt in die Muttermilch ist minimal. Quelle: embryotox.de.

    Kurzinformation

    Handelsnamen

    EuthyroxL-Thyroxin HenningL-Thyrox HEXAL

    Wirkstoffe

    Levothyroxin-Natrium

    Verfügbare Formen

    Tablette

    Kategorie

    SchilddrüsenmedikamenteSchilddrüsenhormone

    Häufig gestellte Fragen

    Quellen

    1. 1Gelbe Liste: Levothyroxin (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Levothyroxin_18511
    2. 2Gebrauchsinformation Euthyrox® Tabletten (Merck Healthcare Germany GmbH), patienteninfo-service.de www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/e/euthyrox-tabletten
    3. 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Thyroxin (Levothyroxin) www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/thyroxin/

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.