Metformin
Wirkstoff: Metformin
Metformin ist ein orales Antidiabetikum aus der Gruppe der Biguanide zur Behandlung des Typ-2-Diabetes, insbesondere bei übergewichtigen Patienten.
Wichtige Warnhinweise
- ✕Risiko einer Laktatazidose bei akuter Verschlechterung der Nierenfunktion oder kardiorespiratorischen Erkrankungen – bei Anzeichen von Dehydrierung Therapie aussetzen
- ✕Nierenfunktion (GFR) vor Therapiebeginn und danach mindestens jährlich kontrollieren
- ✕Therapie vor Operationen unter Allgemein-, Spinal- oder Epiduralanästhesie absetzen, frühestens 48 Stunden danach bei stabiler Nierenfunktion wieder aufnehmen
- ✕Vor und nach Gabe jodhaltiger Röntgenkontrastmittel Einnahmepause einhalten
- ✕Vitamin-B12-Spiegel kann unter Langzeittherapie absinken
Anwendungsgebiete & Nutzen
Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird
- Typ-2-Diabetes mellitus
- Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
Dosierung & Anwendung
Typische Dosierung
Nach ärztlicher Verordnung. Übliche Erwachsenendosis bei normaler Nierenfunktion: Beginn mit 500 mg oder 850 mg 2–3× täglich während oder nach den Mahlzeiten, Dosissteigerung frühestens nach 10–15 Tagen anhand des Blutzuckers; maximal 3.000 mg/Tag verteilt auf 2–3 Einzeldosen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gelten reduzierte Höchstdosen (GFR 45–59 ml/min: max. 2.000 mg/Tag; GFR 30–44 ml/min: max. 1.000 mg/Tag); bei GFR < 30 ml/min ist Metformin kontraindiziert. Quelle: Gebrauchsinformation Glucophage; Gelbe Liste Metformin.
Anwendungshinweise
Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während oder nach einer Mahlzeit einnehmen; die Tagesdosis auf mehrere Einzelgaben verteilen, um Magen-Darm-Beschwerden zu reduzieren.
Aufbewahrung
Keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Mögliche Nebenwirkungen
Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.
- Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Appetitverlust (v. a. zu Therapiebeginn)
- Häufig: Geschmacksveränderungen
- Häufig: verringerter Vitamin-B12-Spiegel
- Sehr selten: Laktatazidose
- Sehr selten: Leberfunktionsstörungen
- Sehr selten: Hautreaktionen
Wechselwirkungen
Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren
Gegenanzeigen
Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben
- ✕Überempfindlichkeit gegen Metformin
- ✕Diabetische Ketoazidose
- ✕Diabetisches Präkoma
- ✕Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min)
- ✕Akute Erkrankungen mit Risiko einer Nierenfunktionsstörung (schwere Dehydrierung, schwere Infektion, Schock)
- ✕Akute oder instabile Herzinsuffizienz
- ✕Schwere Leberinsuffizienz
- ✕Akute Alkoholvergiftung, Alkoholismus
Schwangerschaftskategorie
Graue Kategorie (uneinheitliche Studienlage). Bei bestehendem Typ-2-Diabetes wird empfohlen, bei Kinderwunsch möglichst vor der Schwangerschaft auf Insulin umzustellen. Bei Gestationsdiabetes gilt Metformin nach aktuellen Studien als Off-Label-Alternative zu Insulin, ohne erkennbare Nachteile gegenüber Insulin/Placebo. Stillzeit: uneingeschränkt möglich, keine Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen beobachtet. Quelle: embryotox.de.
Kurzinformation
Handelsnamen
Wirkstoffe
Verfügbare Formen
Kategorie
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- 1Gelbe Liste: Metformin (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Metformin_21943
- 2Gebrauchsinformation Glucophage® 1000 mg Filmtabletten (Merck Healthcare Germany GmbH), patienteninfo-service.de www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/g/glucophageR-1000-mg-filmtabletten
- 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Metformin www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/metformin/
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.