ErkrankungenICD-10: J45Mittelschwer

    Asthma bronchiale

    Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der sich die Bronchien (Atemwege) immer wieder verengen. Typisch sind anfallartige Atemnot, pfeifende Atemgeräusche und Husten.

    Asthma bronchiale

    Was ist Asthma bronchiale?

    Bei Asthma bronchiale sind die Atemwege (Bronchien) chronisch entzündet und reagieren überempfindlich auf bestimmte Reize. Verengen sie sich, verkrampft sich die Bronchialmuskulatur, die Schleimhaut schwillt an und es bildet sich zäher Schleim – man bekommt schlecht Luft. In Deutschland haben etwa 4 Prozent der Kinder und 6 Prozent der Erwachsenen Asthma.

    Allergisches und nicht-allergisches Asthma

    Fachleute unterscheiden zwei Formen. Beim allergischen Asthma lösen Allergene wie Blütenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben die Beschwerden aus. Beim nicht-allergischen Asthma sind andere Reize verantwortlich, etwa Atemwegsinfekte, körperliche Anstrengung, kalte Luft oder bestimmte Schmerzmittel. Bei vielen Menschen kommen beide Auslöser zusammen.

    Verlauf

    Asthma verläuft in Schüben und muss sich nicht automatisch verschlechtern. Mit einer guten, dauerhaften Behandlung ist meist ein weitgehend beschwerdefreies Leben möglich.

    Symptome

    • Anfallartige Atemnot, oft nachts oder in den frühen Morgenstunden
    • Pfeifende oder giemende Atemgeräusche beim Ausatmen
    • Anhaltender, meist trockener Husten
    • Engegefühl in der Brust
    • Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung

    Ursachen

    • Überempfindliche, chronisch entzündete Atemwege, die auf Reize mit Verengung reagieren
    • Allergene wie Blütenpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben (allergisches Asthma)
    • Atemwegsinfekte durch Viren oder Bakterien
    • Kalte Luft sowie körperliche oder seelische Belastung
    • Tabakrauch, Abgase, Parfüms und bestimmte Chemikalien
    • Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS) und andere nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)

    Risikofaktoren

    • Allergien oder Asthma in der Familie
    • Niedriges Geburtsgewicht
    • Rauchen der Eltern (Passivrauchen)
    • Männliches Geschlecht (im Kindesalter häufiger bei Jungen)

    Diagnose

    Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Zentral sind Lungenfunktionstests wie die Spirometrie und die Peak-Flow-Messung, die die Verengung der Atemwege sichtbar machen. Bei Verdacht auf allergisches Asthma kommt ein Allergietest hinzu.

    Behandlung

    • Bedarfsmedikamente (Reliever) zum schnellen Erweitern der Atemwege bei akuten Beschwerden
    • Entzündungshemmende Dauermedikamente (Controller), die regelmäßig inhaliert werden
    • Vermeiden der persönlichen Auslöser wie Allergene oder Tabakrauch
    • Atemtechniken und regelmäßige körperliche Bewegung
    • Patientenschulungen zum richtigen Umgang mit der Erkrankung

    Vorbeugung

    • Bekannte Auslöser und Allergene meiden
    • Nicht rauchen und Passivrauch vermeiden
    • Von Fachleuten empfohlene Schutzimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken wahrnehmen

    Wann zum Arzt?

    Bei anhaltendem Husten, wiederkehrender Atemnot oder pfeifender Atmung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Ein schwerer Asthmaanfall mit starker Luftnot, der sich mit dem Bedarfsspray nicht bessert, ist ein Notfall – dann sofort den Notruf 112 wählen.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Asthma, gesund.bund.de. gesund.bund.de/asthma
    2. 2IQWiG: Asthma, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/asthma.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, J45 – Asthma bronchiale.

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    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.