Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse zu viele Hormone. Dadurch läuft der Stoffwechsel beschleunigt ab.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?
Die Schilddrüse bildet Hormone, die den Stoffwechsel regulieren. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose) produziert sie zu viele davon, sodass der Stoffwechsel beschleunigt wird.
Wie häufig ist die Überfunktion?
Eine Schilddrüsenüberfunktion kommt bei ungefähr 1 von 100 Menschen vor. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, meist tritt sie im mittleren Erwachsenenalter auf.
Wie entsteht sie?
Häufigste Ursache ist der Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung: Das Abwehrsystem bildet Antikörper, die die Schilddrüse zu verstärkter Hormonbildung anregen. Auch eine Schilddrüsenautonomie (Zellen oder Knoten, die unabhängig von den Steuersignalen Hormone bilden) oder eine Schilddrüsenentzündung können eine Überfunktion auslösen.
Symptome
- Herzrasen, Herzklopfen, teils Herzrhythmusstörungen
- Erhöhter Blutdruck
- Gewichtsverlust trotz vermehrten Hungergefühls
- Durchfall
- Zittern, innere Unruhe, Gereiztheit und Schlaflosigkeit
- Vermehrtes Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit
- Warme, feuchte Haut und ausgedünntes Haar
- Bei Morbus Basedow: hervortretende Augen und Sehstörungen
Ursachen
- Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung (häufigste Ursache)
- Schilddrüsenautonomie, zum Beispiel ein autonomes Schilddrüsenadenom (gutartiger Knoten)
- Schilddrüsenentzündung, bei der gespeicherte Hormone freigesetzt werden
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Mittleres Erwachsenenalter
Diagnose
Zur Abklärung dienen ein ausführliches ärztliches Gespräch und das Abtasten der Schilddrüse. Im Blut werden die Schilddrüsenhormone und Antikörper bestimmt. Ergänzend kommen eine Ultraschalluntersuchung und – zur Unterscheidung aktiver und inaktiver Bereiche – eine Szintigrafie zum Einsatz. Bei Verdacht auf Morbus Basedow wird zusätzlich eine Augenuntersuchung durchgeführt.
Behandlung
- Thyreostatika: Medikamente, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen
- Radiojodtherapie: Radioaktives Jod wird in der Schilddrüse eingelagert und zerstört hormonbildende Zellen
- Operative Entfernung der Schilddrüse oder – bei einem einzelnen Knoten – nur des betroffenen Knotens
- Bei milden Fällen kann sich die Überfunktion von selbst zurückbilden
Wann zum Arzt?
Bei anhaltendem Herzrasen, unerklärlichem Gewichtsverlust, innerer Unruhe oder Zittern sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Ein seltener, aber lebensbedrohlicher Notfall ist die thyreotoxische Krise mit hohem Fieber, Erbrechen, Herzrhythmus- und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma – hier ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Schilddrüsenüberfunktion, gesund.bund.de. gesund.bund.de/schilddruesenueberfunktion
- 2IQWiG: Schilddrüsenüberfunktion, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/schilddruesenueberfunktion.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Code E05 – Hyperthyreose [Thyreotoxikose].
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.