Osteoporose
Bei Osteoporose (Knochenschwund) nimmt die Knochendichte ab, sodass die Knochen leichter brechen. Die Erkrankung verläuft lange ohne Beschwerden und fällt oft erst durch einen Knochenbruch auf.

Was ist Osteoporose?
Osteoporose bedeutet Knochenschwund: Die Knochendichte nimmt ab, und die Knochen werden weniger stabil. Dadurch steigt das Risiko, sich schon bei geringer Belastung einen Knochen zu brechen. Im Inneren des Knochens bilden sich die feinen Knochenbälkchen (Trabekel) zurück, und die Hohlräume werden größer.
Wie häufig ist Osteoporose?
Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich. Im Alter von 70 Jahren haben etwa 10 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen die Diagnose Osteoporose. Bei Frauen beschleunigt sich der Knochenabbau etwa ab dem 50. Lebensjahr, weil nach den Wechseljahren das schützende Hormon Östrogen fehlt.
Wie entsteht Osteoporose?
Die Knochenmasse nimmt bis etwa zum 30. Lebensjahr zu und erreicht dann ihr Maximum; danach baut der Körper allmählich Knochen ab. Bei einer primären Osteoporose gibt es keine andere Grunderkrankung – im Vordergrund stehen Alter und hormonelle Umstellung. Eine sekundäre Osteoporose entsteht durch andere Erkrankungen oder durch Medikamente wie eine langfristige Kortisoneinnahme.
Symptome
- Lange keine Beschwerden – die Osteoporose selbst verursacht keine Schmerzen
- Knochenbrüche schon bei geringer Belastung, oft an Wirbelkörpern, Handgelenk, Oberarm oder Hüfte
- Rückenschmerzen durch Wirbelkörperbrüche, die oft unbemerkt bleiben
- Abnahme der Körpergröße, weil die Wirbelsäule einsackt
- Zunehmend gebeugte Haltung bis hin zum Rundrücken (umgangssprachlich „Buckel“)
Ursachen
- Rückbildung der Knochenbälkchen (Trabekel) und abnehmende Knochendichte
- Natürlicher Knochenabbau ab etwa dem 30. Lebensjahr
- Hormonelle Umstellung bei Frauen nach den Wechseljahren (Östrogenmangel etwa ab dem 50. Lebensjahr)
- Sekundäre Osteoporose durch andere Erkrankungen oder eine langfristige Kortisoneinnahme
Risikofaktoren
- Höheres Lebensalter
- Weibliches Geschlecht
- Geringes Körpergewicht
- Ein bereits erlittener Knochenbruch
- Kalzium- und Vitamin-D-Mangel sowie Bewegungsmangel
- Rauchen und starker Alkoholkonsum
- Genetische Veranlagung
- Langfristige Einnahme von Kortison
Diagnose
Die wichtigste Untersuchung ist die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie, meist als DXA-Röntgen). Sie liefert einen T-Wert: Werte bis -1 gelten als normal, Werte zwischen -1 und -2,5 als vermindert (Osteopenie) und ein Wert von -2,5 oder darunter als Osteoporose. Der T-Wert allein sagt das Bruchrisiko aber nicht zuverlässig voraus – die Ärztin oder der Arzt bezieht weitere Risikofaktoren mit ein. Die Krankenkasse übernimmt die Messung zum Beispiel bei Verdacht nach einem Knochenbruch oder vor einer medikamentösen Behandlung.
Behandlung
- Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training
- Ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D
- Sturzprävention, um Knochenbrüche zu vermeiden
- Bisphosphonate (z. B. Alendronsäure, Risedronsäure, Ibandronsäure, Zoledronsäure) bremsen den Knochenabbau – bei bereits erlittenem Bruch oder hohem Risiko
- Weitere Medikamente wie Denosumab, Raloxifen oder Teriparatid, wenn Bisphosphonate nicht infrage kommen
- Hormonpräparate nur in Ausnahmefällen, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs erhöhen können
Vorbeugung
- Kalziumreiche Ernährung (z. B. Milch und Milchprodukte, grünes Gemüse, kalziumreiches Mineralwasser)
- Ausreichend Vitamin D, das der Körper mithilfe von Sonnenlicht bildet
- Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training zur Stärkung der Knochen
- Nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen
- Sturzprävention, besonders im höheren Alter
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie sich schon bei einem leichten Sturz aus dem Stand einen Knochen brechen, wenn Sie kleiner werden oder eine zunehmend gebeugte Haltung bemerken oder wenn anhaltende Rückenschmerzen auftreten. Auch bei bekannten Risikofaktoren – etwa einer längeren Kortisontherapie – ist eine Beratung zur Knochengesundheit sinnvoll.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Osteoporose, gesund.bund.de. gesund.bund.de/osteoporose
- 2IQWiG: Osteoporose und Knochenbrüche, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/osteoporose-und-knochenbrueche.html
- 3IQWiG: Welche Vor- und Nachteile haben Medikamente zur Vorbeugung von Knochenbrüchen?, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/welche-vor-und-nachteile-haben-medikamente-zur-vorbeugung-von-knochenbruechen.html
- 4BfArM: ICD-10-GM Version 2026, M81 – Osteoporose ohne pathologische Fraktur.
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.