Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem die Innenhaut der Gelenke angreift. Sie befällt meist mehrere Gelenke, die schmerzen, anschwellen und mit der Zeit steif werden können.

Was ist eine rheumatoide Arthritis?
Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine dauerhafte Gelenkentzündung, die meist mehrere Gelenke gleichzeitig betrifft. Es ist eine Autoimmunerkrankung: Das körpereigene Abwehrsystem richtet sich gegen die Innenhaut der Gelenke. Unbehandelt können sich die Gelenke allmählich verformen und versteifen. Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln.
Wie häufig ist die rheumatoide Arthritis?
Etwa 1 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland ist betroffen. Meist beginnt die Erkrankung nach dem 50. Lebensjahr. Frauen erkranken zwei- bis dreimal so häufig wie Männer und im Durchschnitt etwa 10 Jahre früher.
Warum ist eine frühe Behandlung wichtig?
Im Frühstadium ist eine rheumatoide Arthritis oft schwer zu erkennen. Eine frühzeitige Behandlung ist jedoch wichtig, weil sie das Fortschreiten bremsen und bleibende Gelenkschäden verhindern kann. Deshalb sollte bei Verdacht früh eine Fachärztin oder ein Facharzt für Rheumatologie hinzugezogen werden.
Symptome
- Warme, geschwollene und schmerzende Gelenke, häufig auf beiden Körperseiten
- Steife Gelenke vor allem morgens nach dem Aufstehen, oft länger als eine Stunde
- Kraftlosigkeit und Verlust an Muskelkraft
- Erschöpfung und Abgeschlagenheit (Fatigue)
- Bei fortgeschrittener Erkrankung Rheumaknoten unter der Haut
- Im weiteren Verlauf verformte und versteifte Gelenke
Ursachen
- Eine Fehlsteuerung des Immunsystems (Autoimmunreaktion) greift die Innenhaut der Gelenke an
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt
- Eine familiäre Veranlagung spielt eine Rolle
- Möglicherweise können Infektionen mit bestimmten Viren oder Bakterien die Erkrankung auslösen
Risikofaktoren
- Familiäre Veranlagung
- Weibliches Geschlecht (Frauen erkranken zwei- bis dreimal häufiger)
- Höheres Lebensalter (meist Beginn nach dem 50. Lebensjahr)
- Rauchen begünstigt die Erkrankung und verschlechtert den Verlauf
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt erhebt zunächst die Krankengeschichte und untersucht die Gelenke körperlich. Eine Blutuntersuchung kann bestimmte Antikörper und Entzündungswerte nachweisen, die auf eine rheumatoide Arthritis hindeuten. Im Frühstadium ist die Erkrankung oft schwer zu erkennen; bei Verdacht sollte deshalb früh eine Fachärztin oder ein Facharzt für Rheumatologie hinzugezogen werden.
Behandlung
- Krankheitsmodifizierende Medikamente (Basistherapeutika, z. B. Methotrexat) bremsen die Entzündung und das Fortschreiten der Erkrankung
- Biologika, wenn andere Basismedikamente nicht ausreichend wirken
- Kortison, um akute Entzündungsschübe zu dämpfen
- Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) gegen Schmerzen und Entzündung
- Physiotherapie und regelmäßige Bewegung wie Radfahren, Walking, Schwimmen oder Gymnastik
- Operative Verfahren bei schweren Gelenkschäden (z. B. Gelenkprothese oder Versteifung)
- Psychologische Unterstützung im Umgang mit der chronischen Erkrankung
Vorbeugung
- Nicht rauchen, da Rauchen die Entstehung begünstigt und den Verlauf verschlechtert
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn ein oder mehrere Gelenke über mehrere Wochen geschwollen, warm und schmerzhaft sind oder wenn Sie morgens eine länger anhaltende Gelenksteifigkeit bemerken. Weil eine frühe Behandlung bleibende Gelenkschäden verhindern kann, sollten solche Beschwerden möglichst rasch – idealerweise in einer rheumatologischen Praxis – abgeklärt werden.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Rheumatoide Arthritis, gesund.bund.de. gesund.bund.de/rheumatoide-arthritis
- 2IQWiG: Rheumatoide Arthritis, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/rheumatoide-arthritis.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, M05 – Seropositive chronische Polyarthritis und M06 – Sonstige chronische Polyarthritis.
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.